Chronik des Hauses

Nach umfangreichen Nachforschungen fanden wir heraus: dass das „Erbgericht Berthelsdorf“ um 1837 urkundlich im Brandkataster erwähnt wurde, „…als Erbgerichtsgarten mit Gebäuden und Hofraum.“ Sehr wahrscheinlich ist das Gebäude bedeutend älter. Im Hohwaldgebiet steht ein Denkstein, der Informationen zum damaligen Besitzer des Berthelsdorfer Erbgerichtes gibt, welcher demnach 1831 bei der Streuabfuhr dort den Tod fand.

Seit dem 4. Mai 1849 haftet auf dem Grundstück die Schank- und Hauptgerichtsbarkeit, laut eines Schreibens zu Budysin (Bautzen) vom 17. April selben Jahres.

In den vielen nachfolgenden Jahren, wechselten immer wieder die Besitzer des „Erbgerichtes“. Könnten die Mauern des Hauses sprechen, so hätten sie sicher einiges aus den vergangenen Zeiten zu erzählen. Auch ein Schießstand gehörte einige Jahre zum Anwesen.

Am 9. Februar 1945 wurde durch ein Großfeuer ein großer Teil des Saales stark beschädigt. Die Brandursache war eine schadhafte Räucherkammer des darunter liegenden Schlachthauses. Der Saal war von Seiten der Reichsbahn mit Kleidung, Schuhwerk, Gummistiefeln, Abdeckplatten und Korkplatten belegt. Als der Brand bemerkt wurde, hatte sich das Feuer bereits auf die Hälfte des Saales ausgebreitet. Die Notausgangstüren waren mit Brettern vernagelt und vom Saalinventar verstellt. Vom Saalgiebel aus erreichte das Feuer das Wohnhausdach. Durch die auf dem Boden aufgehängte Wäsche breitete sich das Feuer rasch aus. Der Saal brannte völlig aus. Vom Wohnhaus konnte ein Teil des ersten Stockes mit der Geschossdecke erhalten werden. Außer der auf dem Boden befindlichen Wäsche und Möbeln konnte das gesamte Hab und Gut der Familie Gäbel und der 16 Kriegsevakuierten Personen gerettet werden.

Am 20. Mai 1952 ging das Erbgericht in das Eigentum des Volkes über, durch den Rat der Gemeinde Berthelsdorf als Rechtsträger.Während der DDR –zeit wurde das Erbgericht viele Jahre durch die Konsumgenossenschaft Sebnitz bewirtschaftet.

Immer wieder wechselten die Betreiber. Nach der politischen Wende im Jahr 1989 sah das Erbgericht ungewissen Zeiten entgegen. Einige Zeit blieben die Türen verschlossen und Mäuse und sonstiges Ungeziefer nisteten sich ein. Im Februar 1996 erwarben wir, die Familie Pehse, das Gebäude von der Gemeinde Hohwald. Danach gab es erst einmal sehr viel zu tun, bis es wieder möglich war, Gäste in ordentlichem Ambiente zu bewirten. Die Küche war noch vom Schmutz des Vorgängers verunreinigt und auch sonst war allerhand Unrat zu beseitigen. Die sanitären Anlagen waren in einem katastrophalen Zustand und mussten dringend als erstes saniert werden. Danach folgten Stück für Stück die Renovierungsarbeiten und alles wurde nach und nach ansehnlich und gästefreundlich gestaltet. So konnten wir am 6. April 1996 eröffnen. Der Ausbau des Dachgeschosses erfolgte über die Wintermonate, und die ersten Gäste übernachteten im April 1997 bei uns. Im Mai 1998 wurde im Erdgeschoss die Renovierung des alten Billardzimmers abgeschlossen, und es entstand ein „Jagdzimmer“ für Feierlichkeiten bis zu 40 Personen. Im Anschluss daran erfolgte der Einbau der Kegelbahn, welche wir am 23. Dezember 1998 mit 17 „Neunen“ einweihten. Im Erdgeschoss, waren nun noch Räume von ca. 50 m2 Größe unbewirtschaftet und in schlechtem Zustand. Um unseren Hausgästen mehr bieten zu können, entschlossen wir uns zum Einbau einer Trockensauna, mit Ruheraum und Solarium. Nach nur viermonatiger Bauzeit war es am 8. Februar 2000 soweit. Der Saunabereich mit Wärmebank, Duschraum und Solarium war fertig gestellt, und findet seit dem regen Zuspruch bei unseren Pensionsgästen, aber auch bei Gästen aus der näheren Umgebung, die die Ruhe und Individualität zu schätzen wissen.

Im August 2004 wurde der Saal im ersten Stock des Hauses von ortsansässigen Handwerkern renoviert und somit ein freundlicher, geschmackvoll gestalteter Raum für Familienfeiern, Hochzeiten, Versammlungen und Ausstellungen geschaffen.

Seit dem 19. Oktober 2007 finden Sie hinter dem Erbgericht, in einem ehemaligen Kuhstall die Gold- Steine & Mineralienerlebnisstätte. Dieses Museum ist einzigartig in unserer Gegend, Sie erfahren viel Interessantes zum Thema Gold und Mineralien.

Quelle: Grundbuchauszüge, Vereinte Freiwillige Feuerwehr Berthelsdorf, www.wikipedia.de